Das Kino im Dezember hat einiges zu bieten. Hier eine kleine Auswahlvon dem, was Sie auf der Leinwand erwartet. Die kompletten Kritiken finden Sie in der aktuellen Ausgabe. Hier geht es zum Kiosk.

Kino im Dezember 2021

Annette

annette

Leos Carax’ neuer Film ist ein hochstilisiertes Kinomärchen.Hier zu sehen: Hauptdarstellerin Marion Cotillard in der Rolle der Opernsängerin Ann | © Alamode Film

Mit »Annette« wagt Leos Carax keine Gratwanderung, er prescht mit Vollgas über alles hinweg, was Ernst, Ironie, E- und U-Kategorien, guter Geschmack und satirische Übertreibung ist. Heraus kommt ein rundes und gleichzeitig aneckendes Erlebnis, das sich neben den Höhepunkten seiner Filmografie nicht zu verstecken braucht. Sicher, alles ist nur Show – aber was für eine! (Matthias Pfeiffer)

ANNETTE
Frankreich, USA 2021 | Regie: Leos Carax
Musik: Ron Mael, Russell Mael | Mit: Adam Driver, Marion Cotillard, Simon Helberg u.a.
140 Minuten | Kinostart: 16. Dezember

 

Drive My Car

kino im dezember

Hidetoshi Nishijima (links) und Toko Miura mitsamt einem ungewollten Handlungsvehikel | © kinofreund eG 2021

In galanter Mixtur aus angedeuteten »Was wäre, wenn …«-Szenen und im faszinierenden Sprachmischmasch aus Japanisch, Koreanisch, Englisch, Mandarin, Deutsch plus Gebärdensprache untermauert Ryusuke Hamaguchi seinen Status als wegweisende Stimme des japanischen Gegenwartskinos. Im erkennbaren Rekurs auf die persönlichen Filmemacherlieblinge, namentlich Éric Rohmer und John Cassavetes, findet er auch in seinem jüngsten Meisterwerk eine absolut eigenständige Regiehandschrift mit hoher Sogkraft. (Simon Hauck)

DRIVE MY CAR
Japan 2021 | Regie: Ryusuke Hamaguchi
Mit: Hidetoshi Nishijima, Toko Miura u.a.
179 Minuten | Kinostart: 23. Dezember

 

The Hand of God

kino im dezember

Familie & Co. beim Badeausflug, ganz rechts der junge Fabio (Filippo Scotti). Wen man hier nicht sieht, auf die aber alle fassungslos starren: die splitternackte Patrizia beim Sonnenbad | © Netflix

Die Räume und ihre Ausstattung spiegeln die inneren Landschaften der Figuren, man kann sich kaum sattsehen, fantastische Palazzi, die Sonntagstafel im Garten, riesige Kochtöpfe voller Tomatensoße in der Landküche, Patrizias durchgestylte Einrichtung, die holzvertäfelten Nachbarn, darüber die museale, mit Seide tapezierte Wohnung der alten mondänen Baronessa, das Meer, der unterirdische Wasserspeicher, alles erzählt neben der Filmhandlung eigene Geschichten, die man sofort live vor Ort hören, sehen und riechen will. O, Napule! Nach seiner fulminanten Liebeserklärung an Rom in »La Grande Bellezza« ist Sorrentinos neues Werk eine Hommage nicht nur an seine Familie und den Film als solchen, sondern vor allem auch an seine Heimatstadt Neapel. (Christiane Pfau)

THE HAND OF GOD
Italien, 2021 | Regie, Drehbuch: Paolo Sorrentino | Mit: Filippo Scotti, Toni Servillo, Teresa Saponangelo u.a. | 134 Minuten
in ausgewählten Kinos und ab 15. Dezember auf Netflix.

Plan A

plan a

August Diehl als Untergrundkämpfer in »Plan A« | © Camino Filmverleih 2021

Die internationale Produktion »Plan A« unter der Regie der Israelis Doron und Yoav Paz, ein Spielfilm über die Zweckmäßigkeit von Rache, macht beim Drehbuch keine Gefangenen. Jedes Wort, jede Einstellung treibt die nicht immer schlüssige Handlung unbarmherzig voran. Mit verschwenderischem Einsatz von Zeitlupen, dunklen Streichern, lauten Schreien der Traumatisierten im Schlaf wird jedes ästhetische Klischee bedient. (…) Zu offenbaren, dass die Nakam um Abba Kovner ihr Ziel, sechs Millionen Deutsche zu töten, nicht umsetzen konnte, ist kein wirklicher Spoiler. Woran es scheiterte, soll hier nicht verraten werden. Was man aber resümieren kann: Diese Mischung aus Exploitation und plakativem Fernsehfilm vermag ihrem Gegenstand kaum gerecht zu werden.

PLAN A
Israel, Deutschland 2021 | Regie: Doron Paz, Yoav Paz | Mit: August Diehl, Sylvia Hoeks, Michael Aloni u.a. | 110 Minuten
Kinostart: 9. Dezember

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