Nachdem das Kulturleben nun ab dem 2. November wieder ausgebremst wird, zählen wir Ihnen hier für die nächsten Tage einige Veranstaltungen und Ausstellungen auf, die Sie in dieser Zeit noch besuchen können. Sollten sich wieder konkrete Termine oder digitale Ausweichmöglichkeiten ergeben, informieren wir Sie hier.

Kunst / Ausstellungen
TUGENDREICH – NEUE ZEITEN. ALTE WERTE?
Wo könnte man besser über Tugenden und Laster nachdenken als in einem Kloster? In Beuerberg hoch über der Loisach geht es in der nunmehr fünften Ausstellung um »Alte Werte« in »Neuen Zeiten«.
Kloster Beuerberg | Königsdorfer Str. 7, 82547 Eurasburg-Beuerberg | bis 1. November
Mi bis So und Fei 10–18 Uhr | wegen Corona keine Führungen | maximal 70 Personen dürfen sich gleichzeitig in der Ausstellung aufhalten,
Mund und Nase müssen bedeckt sein | 08179 92650
Hier der Artikel von Christa Sigg

AN DER GRENZE ZUM SCHATTEN. DOROTHEA REESE-HEIM
Die Katholische Akademie in Bayern zeigt eine vielfältige Werkschau der unkonventionellen Künstlerin Dorothea Reese-Heim.
Katholische Akademie in Bayern | Mandlstraße 23
bis 18. Dezember | Mo–Fr 9–17 Uhr und nach telefon. Vereinbarung | Eintritt frei, Anmeldung unter 089 38102-0 | Zur Ausstellung »Seh-Dinge« 2012 im TIM, Augsburg, erschien ein umfangreicher Katalog im Verlag Wissner zum Preis von 19,90 Euro
Hier der Artikel von Joachim Goetz

»ADAM, WO BIST DU?«
Die Künstlerin Ilana Lewitan hat eine eindrucksvolle Installation zum Thema Ausgrenzung und Diskriminierung entwickelt. Unter dem Titel »Adam, wo bist Du«? ist die raumfüllende Arbeit jetzt im Museum Ägyptischer Kunst in München zu sehen.
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
Gabelsbergerstraße 35 | bis 10. Januar
Di 10–20, Mi–So/Fei 10–18 Uhr | Der reich bebilderte Katalog hat 106 Seiten
Hier der Artikel von Christa Sigg

BERND ZIMMER. TIKIMANIA. DIE MARQUESAS-INSELN UND DER EUROPÄISCHE TRAUM VON DER SÜDSEE
Mit seinem Projekt STOA169 auf einer Wiese bei Polling verwirklicht Bernd Zimmer seinen Lebenstraum: eine Halle, deren Säulen von Künstler*innen aus aller Welt gestaltet werden. Die Galerie Jahn Pfefferle und das Museum Fünf Kontinente zeigen seinen Weg als Maler, der zu dieser Idee führte.
Museum fünf Kontinente | Maximilianstr. 42
10. Juli 2020 – 28. Februar 2021 | Di–So 9.30–17.30 Uhr
Hier der Artikel von Erika Wäcker-Babnik

WRITTEN IMAGERY
Eine Ausstellung der Neuen Galerie in Dachau demonstriert an fünf zeitgenössischen Positionen den Umgang mit Schrift und Text in der bildenden Kunst.
Neue Galerie Dachau | Konrad-Adenauer-Str. 20, 85221 Dachau | bis 15. November
Di–So/Fei 13–17 Uhr | Führung: 15. Nov., 14 Uhr, nur nach Anmeldung: 08131 567513
Hier der Artikel von Thomas Betz

FRANZ ERHARD WALTHER. SHIFTING PERSPECTIVES
Jenseits von Bild und Skulptur: Das Haus der Kunst zeigt eine fulminante Retrospektive des Konzeptkunst-Pioniers Franz Erhard Walther.
Haus der Kunst | Prinzregentenstr. 1 | bis 29. November | Mo–So 10–20 Uhr, Do bis 22 Uhr (mit Mund-Nasen-Schutz) | Kuratorenführung mit Jana Baumann: 14. Juli, 18 Uhr (Anmeldung erforderlich) | Führungen: Sa/So, 16.30 Uhr (max. 10 Personen) | Der schöne Katalog (Hatje Cantz, 290 Seiten, 260 Abb.) kostet im Haus 49 Euro
Hier der Artikel von Thomas Betz

ABOUT US. JUNGE FOTOGRAFIE AUS CHINA
Die Alexander Tutsek-Stiftung präsentiert eine facettenreiche Auswahl zeitgenössischer chinesischer Fotografie.
Alexander Tutsek-Stiftung | Karl-Theodor-Str.
27 | bis 29. Januar | Di–Fr 14–18 Uhr | 089 55273060
Hier der Artikel von Thomas Betz

»KULTURELLER SHUTDOWN. SOCIAL DISTANCING & EMPTY SPACES« (bis 29. Oktober)
In den Galerieräumen der Pasinger Fabrik ist zu sehen, wie sich die künstlerische Interpretation des Lockdowns im internationalen Alltag spiegelt: Städte in aller Welt wurden zu Geisterorten mit lange vergessenem Zauber, von Kiew über Bombay bis Rom. Menschen richteten sich im Home-Office ein, trainierten im Hinterhof und kommunizierten über Balkone. Der Shutdown hatte eine Flut von Bekanntmachungen, Statements und Graffitis zur Folge, an Hauswänden, Ladentüren, Spielplätzen. Wie kann die Stadt nach Corona menschenwürdiger verändert werden? Am Beispiel des Tals in München zeigen der Architekt Markus Uhrig und der Multimedia-Künstler Lukas Taido Alternativen auf. Parallel läuft im Lichthof und in der Bar die Fotoschau »München im Shutdown«. Im Frühling 2020 entwickelten die sonst so belebten Innenstadt-Straßen und -Plätze wie der Marienplatz, das Platzl am Hofbräuhaus, der Odeonsplatz oder die Maximilianstraße in ihrer Vereinsamung eine Ästhetik, die acht Fotografen in berührenden Bildern festgehalten haben.
Pasinger Fabrik | August-Exter-Str. 1 | Di–So 16.00–20.00 Uhr, Lichthof & Bar täglich 10.00–22.00

OTTO PIENE
Galerie Lochner | Konrad-Adenauer-Str. 7
bis 15. November | Do 16–19 Uhr, Sa 12–15 Uhr, So/Fei 14–17 Uhr und nach Vereinbarung:0162 4559699
Hier der Artikel von Thomas Betz

PAUL VALENTIN: »LAMB SHIFT« (bis Ende Januar 2021)
Paul Valentins Thema ist das »Nichts«. Er konfrontiert in künstlerischer Weise Konzepte des Nichts in östlichen und westlichen Spielarten. Im Zentrum steht sein mit dem Karl&FaberPreis ausgezeichneter Animationskurzfilm »Nichts« (2019). Im Film erkundet die Häsin Judy die Untiefen der Ideen und Vorstellungen von Nichts mit Hilfe einer Botschaft auf einem Recorder, der aussieht wie eine Karotte. In seiner für die Ausstellung entwickelten, großformatigen Installation stellt Paul Valentin den Film in Beziehung zu einem antiken Wandrelief, das die »Büchse der Pandora« darstellt. Besteht Grund zur Hoffnung auf mehr als Nichts? Ein Memory-Spiel mit 32 Piktogrammen rund um »Nichts« verweist auf eine ZenMeditation, als Lektion über die Vergänglichkeit.
MaximiliansForum | Unterführung Maximilianstrasse/Altstadtring | täglich 24 Stunden einsehbar

BRIDGE SPROUT
Architekturpoesie: Das japanische Atelier Bow-Wow schlägt eine halbe Brücke über die Isar.
Widenmayerstraße 3 (Isarufer an der Schwindinsel) | bis Ende 2021 | rund um die Uhr geöffnet
Den Artikel von Frank Kaltenbach gibt es in der aktuellen Ausgabe

HUND, KATZE, MAUS. TIERE IN ALLTAG UND MYTHOS
In den Staatlichen Antikensammlungen am Königsplatz stehen die Tiere im Mittelpunkt – allerdings erzählt das fast mehr noch über die Menschen.
Staatliche Antikensammlungen | Königsplatz 1 | bis 10. Januar | Di–So 10–17 Uhr, Mi bis 20 Uhr | Besuch mit MundNasen-Schutz | Führungen zu diversen Themen: jew. Mittwoch, 18 Uhr, max. 15 Personen, Anmeldung: 089 28927502
Die reich bebilderte Broschüre hat 88 Seiten und kostet 3 Euro
Hier der Artikel von Christa Sigg

Theater
Gretes Traum
Heiko Dietz schrieb mit »Gretes Traum« ein Stück über gescheiterte Ideen.
theater … und so fort | Hinterbärenbadstr. 2 | 29. Okt. bis 1. Nov.| 20 Uhr | Tickets: 089 23219877

Sie können uns mit einem Kauf im Online-Kiosk oder einer Spende über Paypal unterstützen. Danke!

GNOTHI SEAUTON 3.0 – ERKENNE DICH SELBST
>Das Kunstkollektiv GNOTHIS lädt ein zu einer Mixed-Reality-Experience, die von der Antike direkt ins digitale Zeitalter führt.
super+ Villa | Renatastr. 69 | 29. Okt. bis 14. Nov.|Mi/Do 16–19Uhr | Fr 16–20 Uhr | Sa/So 11–20 Uhr| Anmeldung

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WUNDER. INTERNATIONALES FIGURENTHEATERFESTIVAL
Das internationale Figurentheaterfestival München hat einen neuen Namen und stellt mit einer gigantischen Corona-Ausgabe dem Einfallsreichtum des Genres ein Spitzenzeugnis aus.
Verschiedene Spielorte | 17. Okt. bis 1. Nov.
Verschiedene Vorverkaufsstellen, in der Regel keine Abendkasse
Hier der Artikel von Sabine Leucht

GROUNDED
Eos Schopohl inszeniert mit »Grounded« feinfühlig den Monolog einer Kampfpilotin.
Theater Viel Lärm um Nichts in der Pasinger Fabrik
bis 14. Nov. | Do bis Sa 20 Uhr | Tickets: 089 82929079
Den Artikel von Gabriella Lorenz gibt es in der aktuellen Ausgabe

»FIRE A 1000 POEMS« (bis 7. November)
Tim Blunks Erfahrungen in siebenjähriger Isolationshaft im USP Marion, das dort erlebte Wegsperren, Isolieren und seine dortigen Anfänge als Künstler und Kurator, um sein physisches wie psychisches Überleben zu sichern, aber auch die Kunst als Möglichkeit, seine politischen Ziele weiter zur Sprache zu bringen, sind der inhaltliche Ausgangspunkt des Projekts »Fire A 1000 Poems«, das das Theater ein paar Tage lang verschließt. Die Isolation des Einzelnen wird übertragen auf das Aussperren des Publikums; es gibt nur eine Teilhabe über Live-Stream, während fünf Zuschauer*innen mit Maske eingelassen werden. Was live zu sehen ist und was vorproduziert, was real und was nicht real ist, verschwimmt. Kann Kunst politisch wirksam werden? Die Antwort findet man im Selbstversuch.
HochX | Entenbachstr. 37

RODEO 2020 – BAUSTELLE UTOPIA
Das Theater- und Tanzfestival Rodeo erkundet mit »Baustelle Utopia« gesellschaftliche Entwicklungen und geht dabei an die Ränder der Stadt.
Verschiedene Orte | 17. Okt. bis 1. Nov.
Infos
Tickets: ticket@rodeomuenchen.de
Hier der Artikel von Christiane Wechselberger

SOMBRA
Die neue GOP-Show »Sombra« erzählt von Kontrasten.
GOP Varieté-Theater | Maximilianstr. 47 | bis 1. Nov.
Mi bis Fr, 20 Uhr, Sa 17.30 und 21 Uhr, So 14.30 und 18.30 Uhr
Tickets: 089 210288444
Hier der Artikel von Sabine Leucht

Musik
THE JAKOB MANZ PROJECT (Samstag, 31. Oktober)
Vier junge musikalische Persönlichkeiten verschmelzen im Jakob Manz Project zu einem einzigartigen, enorm groovenden Bandsound, der durch gegenseitige Inspiration und kreatives Zusammenspiel immer wieder neue Farben annimmt. Die mitreißende Energie der Band um den Saxofonisten Manz – geschöpft aus Groove, Soul und zeitgenössischem, modernem Jazz – überträgt sich direkt auf das Publikum.
Mautnerschloss, Jazzkeller | In den Grüben 193, 84489 Burghausen | 20.00 | Tickets

Film
»BOOKSELLERS« (Donnerstag, 29. Oktober
Diesen Film sollte jeder sehen, der sich für eine sehr besondere Nische in der Nische interessiert: Der Dokumentarfilm »Booksellers« erzählt nicht einfach von Buchhändlern, sondern von Antiquaren. Und die sind noch um einiges skurriler als normale Buchverkäufer. Regisseur D.W. Young stellt ein paar dieser eigenwilligen Exzentriker vor, die sich auf alte, zum Teil unfassbar kostbare, wunderschöne Druckerzeugnisse nicht nur spezialisiert haben, sondern die ihnen ihr Leben verschrieben haben. Sie sind Süchtige. Zum Filmstart spricht Prof. Dr. Christine Haug, Sprecherin des Zentrums für Buchwissenschaft der LMU München mit Dr. Marcel Schellong, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur und Medien der LMU München darüber, warum man dem Zauber alter Bücher erliegt.
Monopol Kino | Schleißheimer Str. 127 | 18.30