Heavy Metal ist eine der erfolgreichsten Gattungen der Rockmusik. Dirk Wagner wagt sich an eine kleine Geschichte des Phänomens.

Kommt essen, die Steaks liegen auf dem Grill! Steel Panther, die Charmeure des Genres| © David Jackson

Die Anekdote vorab: Vielleicht lag es auch nur daran, dass Kiss ohne Paul Stanley eben nicht Kiss sind. Weil dieser nämlich erkrankt war, spielte die restliche Band ohne ihn ihr wohl ungewöhnlichstes Konzert der vermutlich noch Jahrzehnte andauernden Abschiedstournee: Sie rockten vor der australischen Küste ein Konzert für Haie. Gleichwohl sie die Band unter Wasser gar nicht sehen dürften, stand Dreiviertel der Mannschaft dennoch vollständig kostümiert auf einem Ausflugsboot, mit dem Matt Waller Touristen zu den Haien führt. Statt mit Kadavern, wie das die Kollegen handhaben, lockt er die Tiere allerdings mit Musik an. Genauer: mit Heavy Metal, der über Lautsprecher direkt ins Unterwasserparadies dröhnt. Und tatsächlich werden die Raubfische von diesem Sound angelockt. Dabei würden Songs von AC/DC die Haie sogar beruhigen, behauptet der MeeresScout, derweil Death Metal sie angeblich nur lockt, weil dessen Vibes denen von sterbenden Tieren ähnelten. Doch als Kiss 2019 ins Wasser rockten, lockte anscheinend weder die Musik selbst noch die unterstellte Aussicht auf ein verendendes Tier. Die Haie blieben einfach weg. Ist das am Ende der Beweis dafür, dass Kiss gar keinen Heavy Metal spielen? Vielleicht sollte man den Gegentest wagen und die Band in einem Labor der Mississippi State University auftreten lassen. Hier haben Biologen nämlich Marienkäfer 18 Stunden lang mit Heavy Metal beschallt. Daraufhin hätten die Insekten signifikant weniger
Blattläuse gegessen als deren Kontrollgruppe.

Sollte die Musik von Kiss auch hier niemandem auf den Magen schlagen, kann man sie getrost aus der Metal-Schublade entfernen. Bleibt nur die Frage: Was ist überhaupt Heavy Metal, wenn man ihn nicht an den Äußerlichkeiten der mit diesem Stil üblicherweise verbundenen Musiker festmachen mag?

Den kompletten Artikel gibt es in der aktuellen Ausgabe: Hier, hier und hier

Hässliche Monster: Skipknot| © Paul Harries

HEAVY METAL IN MÜNCHEN
SABATON | 19. Jan. | Olympiahalle
BROTHERS OF METAL / ELVENKING| 20. Jan. Backstage
GLORYHAMMER | 25. Jan.| Backstage
DIMMU BORGIR / AMORPHIS | 28. Jan.| To nhalle
STEEL PANTHER | 29. / 30. Jan.| Backstage
SLIPKNOT | 9. Feb.| Olympiahalle
Tickets: 089 54818181