Vier Jungs als Hoffnung des Männerrock: Greta van Fleet geben sich im Zenith die Ehre.

Greta van Fleet: Nostalgie-Junioren | © Universal Music

Man kann sie auf jeden Fall ein Phänomen nennen, die vier Jungs von Greta Van Fleet, die nach zwei EPs mit ihrem Debütalbum »Anthem of the Peaceful Army« im letzten Jahr die US-Charts gestürmt haben und seitdem nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa die größten Hallen füllen. Sie haben mit Guns ’N’ Roses, den Foo Fighters, bei Rock im Park und bei der Grammy-Party von Elton John gespielt. Am 21. November kann man die drei Brüder Josh, Jake und Sam Kiszka und Danny Wagner nun live im Münchner Zenith sehen. Ein Phänomen sind sie, weil die vier alle erst um die 20 Jahre alt sind. Weil sie aus dem 5000-Seelen-Kaff Frankenmuth im US-Bundesstaat Michigan stammen. Und weil sie eine Mischung aus Classic Rock und Blues spielen, die sich mit so großer Hand bei Vorbildern wie Cream, Rush und vor allem Led Zeppelin bedient, dass man das eigentlich schon unverschämt nennen muss. Und trotzdem oder gerade eben deswegen haben sie so großen Erfolg.

Erklären könnte man das unter anderem damit, dass die vielen jungen Fans, die sich für Greta Van Fleet begeistern, deren Vorbilder, zu denen beispielsweise auch Howlin’ Wolf, Muddy Waters, Lightning Hopkins, B.B. King und Elmore James zählen, nicht oder nur wenig kennen. Und dass es Musik ist, auf die auch ihre Väter oder sogar Großväter abfahren. Der Plattenschrank von Papa Kiszka, der selbst Gitarre und Harmonika spielt und seine Jungs zum Musikmachen ermutigt hat, war, nicht überraschend, auch für Greta Van Fleet die größte Inspirationsquelle. Der Name soll übrigens indirekt von einer Nachbarin stammen. Einer rüstigen Rentnerin namens Gretna, die über 80 ist, aber laut einem Interview die Band im letzten Jahr bei einer Show in Michigan besucht hat. Das nennt man dann wirklich eine generationenübergreifende Musik. Sogar Robert Plant und Jimmy Page von Led Zeppelin sollen von ihren Epigonen ziemlich angetan sein. Mehr Satisfaktion geht eigentlich nicht. Mal sehen, wo die allseits grassierende Retromanie die vier Jungs aus Frankenmuth noch überall hinträgt. ||

GRETA VAN FLEET
Zenith| Lilienthalallee 29 | 21. Nov.| 20 Uhr
Tickets: 089 54818181