Der Pianist Florian Weber ist ein Souverän des klingenden Einfallsreichtums. Und diesmal darf er unter freiem Himmel spielen.

Liebt Klassik, Jazz, Moderne: Florian Weber| © Ralf Dombrowski

Spätestens seit er 2009 mit seinem Trio Minsarah beim ersten BMW Welt Jazz Award im Finale stand, gilt Florian Weber als einer der wichtigsten Pianisten in der jüngeren deutschen Jazzszene. Daran ändert auch nichts, dass der heute 41-jährige geborene Detmolder damals hinter seinem Berliner Kollegen Michael Wollny Zweiter wurde. Alle möglichen Projekte betreibt Weber, Sohn eines Musikprofessors und einer Opernsängerin, mit dem Ruf, ein Tastenmeister der Geläufigkeit zu sein. Neben seinem Trio hat er als Pianist im Quartett des legendären Saxofonisten Lee Konitz mitgespielt. Außerdem verbindet den WDR-Jazzpreisträger eine langjährige Freundschaft mit dem Trompeter Markus Stockhausen, die sich zu einem eigenwillig experimentellen, improvisierenden Duo entwickelt hat, dessen Aufnahme beim Jazzlabel ECM wie beispielsweise »Alba« (2016) auf große Resonanz gestoßen sind. Und Florian Weber kann auch ganz zurückhaltend andere im Rampenlicht stehen lassen, denen er mit seinen Akkorden eine perfekte Bühne bereitet. So etwa als Mitspieler in der Band der ein paar Jahre älteren Kölner Saxofonistin Angelika Niescier.

Selten allerdings spielt Florian Weber, der sich als Grenzgänger zwischen Klassik, Jazz und neuer Musik versteht, ganz allein, wie zuletzt bei einigen Gastspielen vergangenes Frühjahr. Eines dieser besonderen Konzerte wird er jetzt auch in der sommerlichen Reihe im Brunnenhof der Residenz geben. Damit sticht Weber als Solist im Programmkanon von Orchestern und Ensembles heraus und bricht seine Lanze für die Kunst der anspruchsvollen Improvisation. Seine spezielle Idee eines die Genres übergreifenden Jazz, den er zuletzt eindrucksvoll im Album »Lucent Waters« präsentiert hat, wird auch die Grundlage seines Programms an diesem sommerlichen Soloabend sein. Vielleicht spielt Weber ja »Honestlee«, eine Huldigung auf seinen saxofonistischen Mentor Lee Konitz, vielleicht auch »Melody of a Waterfall«, ein reizvoll-fluides Beispiel für improvisierende Klangmalerei. Auf jeden Fall dürfte der Abend zu einer Reise in die Erforschung von Klängen im Grenzbereich von Klassik, Jazz und Avantgarde werden. ||

FLORIAN WEBER
Brunnenhof der Residenz| 25. Juli| 20 Uhr
Tickets: 089 54818181