Der Sänger Charles Pasi könnte noch so richtig durchstarten. Einstweilen hört man ihn in der Unterfahrt.

Charles Pasi| © Unterfahrt

Das mit dem Berühmtwerden ist so eine Sache. An sich macht Charles Pasi alles richtig. Der franko-italienische Sänger und Songwriter hat schöne, selbst gemachte Lieder im Gepäck, reist viel umher, um sie zu präsentieren, und hat vor allem in seiner französischen Heimat schon eine feine Fangemeinde, die ihn unterstützt. Trotzdem braucht es in Zeiten der internationalen und multimedialen Konkurrenz mindestens so viel Glück wie in der Ära behäbiger Medien, um über das Level des Geheimtipps hinauszukommen.

Vielleicht hilft ja »Bricks«, das erste Album, das Pasi für das geschichtsträchtige Label Blue Note aufgenommen hat und mit dessen Programm er derzeit unterwegs ist. »Es gibt kein festes Thema, aber doch Einflüsse«, meint er zu den Ideen, die hinter seinen Liedern stehen. »Ich lebe in Paris und Nizza, zwei Städten, die von Anschlägen heimgesucht worden sind. Das schlägt sich auf die Stimmung nieder, erzeugt Nachdenklichkeit, nicht direkt, eher als Hintergrund. Ich habe das Album daher auch ›Bricks‹ genannt, denn das erscheint mir als gutes Bild. Ziegelsteine können ebenso Wurfgeschosse sein wie die Grundlagen für Schutz.«

Als Motto sind sie erst einmal Ausgangspunkt für eine harmonisch pointierte Mixtur der Stile. Denn Pasi bringt eine Prise Soul und etwas Folk zusammen, mischt das mit improvisierenden Passagen und interpretiert es aus dem Geiste erwachsener Popmusik. Dabei schillern auch Blues-Elemente durch die Arrangements, die nicht nur kompositorisch, sondern auch durch die Mundharmonika unterstützt werden, die er sich neben der Gitarre und der Stimme als drittes Instrument ausgesucht hat: »Als Kind habe ich Bob Dylan gehört, war beeindruckt und habe mir eine Mundharmonika gekauft. Der Händler hat mir gleich die Adresse eines Lehrers mitgegeben, und der hat mir andere Sachen gezeigt, Little Walter, Sonny Boy Williamson.«

Und so könnte es doch noch klappen mit der Karriere. Das Programmteam der Unterfahrt jedenfalls hat Charles Pasi bereits für sich entdeckt und gibt ihm die Möglichkeit, sich mit seinen Ziegelsteinen und eigenem Quintett dem Münchner Publikum vorzustellen. Ein Konzert für akustische Trüffelsucher, die sich einen anspruchsvollen Song-Abend gönnen wollen. ||

Charles Pasi
Unterfahrt| 30. April| 21 Uhr | Tickets: 089 4482794