Der Schlagzeuger Guido May wird 50 und feiert eine knappe Woche lang in der Unterfahrt.

Guido May, der Trommler | © Jan Scheffner

»Fantasievoll und sensibel, energisch und empathisch« – mit solchen Etiketten von Kritikern gelobt zu werden, ist wie ein Ritterschlag für einen Schlagzeuger. Seit 35 Jahren steht der in Bad Reichenhall geborene Guido May auf der Bühne. Zu den Kollegen, mit denen er regelmäßig zusammenarbeitet, zählen Soul-Saxofonlegende Pee Wee Ellis, Keyboarder Roberto Di Gioia oder der Bassist Wolfgang Schmid. Seinen 50. Geburtstag feiert May im August mit fünf Konzerten bei den Munich Jazz Summer Weeks im Jazzclub Unterfahrt, der über die Sommerwochen hinweg auch Formationen von Biboul Darouiche, Rebecca Trescher, Matthias Bublath, Cornelius Claudio Kreusch und Mathias Gmelin jeweils mehrere Tage eine Carte blanche zur Entfaltung bietet.

Die musikalische Karriere des Sohns einer Apothekerfamilie begann mit dem Klavier. Doch dann entdeckte der 15-jährige Guido das Schlagzeug bei dem Bruder eines Freundes. Als er dann bei der Jazzwoche Burghausen die amerikanische Jazzschlagzeuglegende Art Blakey von der ersten Reihe aus erlebte, war für den Teenager klar, was sein Instrument werden sollte. Er ging nach München, absolvierte die Schlagzeugschule »Drummer’s Focus« und tourte schließlich auf Empfehlung von Keyboarder Roberto Di Gioia mit dem Saxofonisten Pee Wee Ellis durch Europa. Mit ihm wird Guido May auch das letzte Konzert seiner Geburtstagssession in der Unterfahrt bestreiten. Zum Auftakt am 21. August hat der Schlagzeuger seinen Kollegen Pete York eingeladen. Mit dabei sind außerdem Libor Sima (ts), Andi Kissenbeck (p/org) und Wolfgang Schmid (bass). Den zweiten Abend bestreitet die von dem Bassisten Christian von Kaphengst gegründete Formation »Cafe du Sport«, in der May langjährige Freunde trifft. Neben Kaphengst gehören Tenorsaxofonist Florian Trübsbach und Pianist Christian Elsässer zur Kapelle. Zur Quartettbesetzung am dritten Abend zählen unter anderem Posaunist Julian Wasserfuhr und der Gitarrist und Shootingstar Paul Brändle.

Eine wichtige Erkenntnis fürs Schlagzeugspielen hat Guido May durch die Arbeit mit Soullegende Pee Wee Ellis erhalten, mit dem er zum Abschluss seiner Geburtstagssession zusammentrifft. Es gäbe da diesen englischen Ausdruck »The Joy of Repetition«. Wenn man Funk spiele, sei das oft eine Viertelstunde lang der gleiche Groove. Das habe etwas von Kontemplation. Und May ergänzt: »Wenn ich Funk spiele, dann spiele ich quasi vom Bauchnabel abwärts.« Aber wenn der Jazz an der Reihe sei, dann vom Bauchnabel aufwärts, so May. Beides dürfte in der Unterfahrt zu erleben sein. Und noch eins weiß Guido May zu den Konzerten mit den alten und neuen Freunden zu sagen: »Früher war mir vor allem wichtig, dass jemand gut spielt. Inzwischen hat das Freundschaftliche eigentlich die wichtigste Funktion.« Denn passt die Chemie, stimmt auch der Sound. ||

GUIDO MAY
Jazzclub Unterfahrt | Einsteinstr. 42
21.–25. Aug.| 21 Uhr | Tickets: 089 4472794