Seit zehn Jahren forscht das Festival »Sound of Munich Now« nach den Wurzeln heimischer Popkultur.

Theresa Chanson | © Feierwerk

Auf die Frage, was der »Sound of Munich« ist, gab es vor zehn Jahren ganz verschiedene Antworten. Da war etwa ein Münchner Gospelchor, der genauso hieß, oder ein gleichnamiges Album von den Merricks aus dem Jahr 1997, dessen Titel sich auf einen noch älteren »Munich Disco Sound« bezog, den Giorgio Moroder zusammen mit der Sängerin Donna Summer in den 1970ern hier aufnahm. Seit 2009 gelten diese Antwortmöglichkeiten immer noch, aber sie haben sich deutlich erweitert. Damals fand nämlich das erste »Sound of Munich Now«- Festival im Feierwerk statt, das mit seinem Titel genau diese Frage ins Zentrum stellte.

Das heißt, auch das Feierwerk und die »Süddeutsche Zeitung« wollten als Veranstalter herausfinden, was den Klang von München ausmacht. Sie luden rund 15 Münchner Bands und Solokünstler für Kurzkonzerte auf die Bühne. In Interviews wurden Musiker, Veranstalter und Kulturpolitiker befragt. Und das Ergebnis war: Es gibt nicht eine, sondern viele Variationen, die mal nach Indiepop, Folk, Hip-Hop, Rock oder Elektrosoul klingen. Nur dass man über deren Existenz oftmals zu wenig weiß. Eine Erkenntnis, die die Erstausgabe von »Sound of Munich Now« begleitete, und die auch bei den nachfolgenden Ausgaben aufkam. Aber dass eine bunte, lebendige Popszene in München existiert, kann seitdem keiner mehr bestreiten.

Wenn jetzt am 28. Juli die Veranstalter auf dem Alten Messeplatz mit einem Jubiläums-Open-Air »10 Jahre Sound of Munich Now« mit nächtlicher Fortsetzung im Feierwerk feiern, dann dürfen sie das schon einmal als Erfolg buchen.Es hat sich ebenfalls gezeigt, dass es vor allem bei jungen Münchnern ein großes Interesse an der hiesigen Musikwelt gibt. Und dass es ab und zu ganz angenehm oder bestärkend sein kann, wenn man sich zumindest einen Abend lang als Teil einer gemeinsamen Szene sieht. Dieses Gefühl konnte einem »Sound of Munich Now« in den letzten Jahren wiederholt vermitteln, mit der kleinen Gefahr, dass man am Ende auch ein wenig um sich selbst kreiste. Die Veranstalter haben das erkannt und deshalb den »Sound of Munich« um die »Sounds« von Erlangen, Augsburg, Regensburg und Traunstein erweitert. Das gab dem Festival neue Impulse. Dennoch kann man die Frage stellen, ob es eine jährliche Bestandsaufnahme wirklich braucht. Die Jubiläumsausgabe bietet für solche Überlegungen eine gute Gelegenheit. Weil dort als eine Art »Best Of« mit Cat Sun Flower, Dobré, Elektrik Kezy Mezy, Ni Sala oder The Moonband fast nur Musiker spielen, die bereits dabei waren. Man kann hören und sehen, wo sie heute stehen. Und mit ihnen gemeinsam zurück und nach vorne blicken. ||

10 JAHRE SOUND OF MUNICH NOW
Alter Messeplatz / Feierwerk| Hansastr. 39 | 28. Juli
15 / 22 Uhr | Eintritt frei