Der norwegische Sänger Erlend Øye mag es poppig geruhsam. Unterhaltsam ist er trotzdem.

Alles gut: Erlend Øye | © Münchner Volkstheater

Es konnte einen schon befremden, diese hektische Musik zu erleben, zu der sich Menschenmengen in zumeist quietschbunten Gymnastikklamotten in Ekstase zappelten. Eine Welt vom anderen Stern, besonders für Musiker wie Erlend Øye, der in seiner Heimatstadt Bergen wahlweise Meer oder Regen zu Gesicht bekam. Das war auf Dauer allerdings doch etwas wenig, und so beschloss der junge Mann Ende der Neunziger, es in London zu versuchen. Er schnupperte in die Indie- und Elektro-Welt hinein, ließ sich inspirieren und fand Musik, die seinem Naturell entgegenkam. Zum Beispiel Songwriter-Pop, wirkungsvoll verlangsamt und aus dem Geiste alter Helden wie Simon & Garfunkel gespielt. Sein alter Schulfreund Eirik Glambek Bøe gesellte sich zu ihm, sie nannten sich Kings Of Convenience, griffen zu den Gitarren und wurden zum Hipstertipp der Entschleuniger.

Das war zu Beginn des neuen jungen Popjahrhunderts und für Erlend Øye der Start in eine ebenso unspektakuläre wie zielstrebige Karriere. Freunde vom DJ-Team Röyksopp fragten ihn, ob er auf ihrer Platte mitsingen wolle, wodurch seine sanfte Stimme Eingang in die Clubs fand. Er selbst startete 2003, nun von Berlin aus, mit The Whitest Boy Alive, einer schnuckelig poppigen Indie-Elektro-Band, deren einschmeichelnde Lieder es wieder auf die vorderen Plätze der Connaisseure gepflegter Songwriter-Kultur schafften. Während sich an anderer Stelle immer noch Menschen in Hektik zu harten und pumpenden Beats verbiegen, hat sich Erlend Øye zum fröhlichen Song-Nerd der Stunde entwickelt, dessen Lieder auch auf Theaterbühnen passen. Und so kommt er nicht in die Clubs der Stadt, sondern macht mit seinen Liedern im Volkstheater Station. Ein Abend mit Pop zum Aufatmen. ||

ERLEND ØYE
Volkstheater| 1. Juni| 20.00 Uhr | Tickets: 089 5234655