Es gibt ein Leben neben »Monaco Franze«. Helmut Fischer war auch Ossi Schatz in »Rette mich, wer kann« und Josef Haslbeck in »Die Hausmeisterin«. Beide 80er-Jahre-Serien wurden nun auf DVD und als VoD neu aufgelegt.

Immer des Gschiss: Josef-Bärli (Helmut Fischer) mit Gschpusi Ilse-Hasi (Ilse Neubauer) beim Schmausen © Eurovideo / BR

Im Schatten der unbestrittenen Serien-Gurus Franz Xaver Bogner und Helmut Dietl schafften es auch immer wieder andere Regisseure, mit besonderen bajuwarischen Geschichten zu reüssieren. Die eine ist die aus dem österreichischen Heidenreichstein stammende Heide Pils, die zwischen 1987 und 1992 insgesamt 23 Folgen von »Die Hausmeisterin« inszenierte. Der andere ist der gebürtige Münchner Franz Geiger, ein enger Vertrauter Helmut Dietls, der mit an den Büchern der »Münchner Geschichten« schrieb und mit Dietl gemeinsam »Der ganz normale Wahnsinn« und schließlich auch »Monaco Franze – Der ewige Stenz« realisierte.

Dessen unvergesslicher Protagonist, Helmut Fischer, spielt auch in Geigers »Rette mich, wer kann« die erste Geige. Er ist der Münchner Bestattungsunternehmer Ossi Schatz, der sich mit dem berühmt-berüchtigten Charme eines liebenswerten Hallodris in erster Linie um die gebrochenen Herzen lokaler Schönheiten kümmert. Das süße Leben wird ihm gar noch erleichtert, als Frau Margot (Gertraud Jesserer) irgendwann die Nase voll hat und mit seinem Zahnarzt durchbrennt (Ossis lapidarer Kommentar: »Alle gehen irgendwann einmal fremd, statistisch gesehen«). Zwischen Saufgelagen mit seinen Kumpels aus der Amateur-Jazzcombo, tröstenden Worten des fünffach geschiedenen Fahrlehrers und notorischen Weiberhelden Hansi Wagenpfeil (großartig: Kurt Sowinetz) und Techtelmechteln mit einsamen, viel zu jungen Witwen, bekommt Ossi sein Single dasein recht schnell in den Griff. »Rette mich, wer kann«, in dem unter anderem auch Jörg Hube und Bruno Jonas mitwirken, war leider nur ein kurzes, sechsteiliges Serienleben
beschieden.

Ganz im Gegensatz zur »Hausmeisterin«, die es immerhin auf drei Staffeln brachte. Auch hier darf der Monaco Franze nicht fehlen. Fischer mimt Josef Haslbeck, der sich allerdings in der ersten Episode von seiner Frau Martha scheiden lässt, weil er schon seit geraumer Zeit ein Verhältnis mit »Ilse-Hasi« (Ilse Neubauer) hat. Martha übernimmt dessen Job und wird so zur »Hausmeisterin«, Dreh- und Angelpunkt eines Mietshauses inmitten von Haidhausen, in dem ein wahres Panoptikum skurriler, neugieriger und gehässiger, aber irgendwie dann doch wieder sympathischer Gestalten auf engstem Raum zusammenlebt. Es ist wunderbar mitanzusehen, wie Veronika Fitz sich als 50 Jahre alte Alleinstehende emanzipiert und beginnt, ein neues Leben ganz nach ihrer Fasson zu führen. Für ihre Leistung wurde sie gemeinsam mit ihren Kollegen sowie der Autorin Cornelia Zahlmann-Willinger völlig zu Recht vor 27 Jahren mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Und für alle, die München und seine Schauspieler kennen und lieben, bedeutet die Serie auch eine wunderbare Entdeckungsreise, wenn etwa der Fischer Helmut beim Bella Italia am Rosenheimer Platz vorbeischlendert, der damals noch blutjunge, aber schon kugelrunde Ottfried Fischer sich als betrügerischer Handwerker entpuppt oder die legendäre Cleo Kretschmer als Metzgereifachverkäuferin brilliert. Sowohl »Rette mich, wer kann« als auch »Die Hausmeisterin« wurden erst vor Kurzem digital remastered und sind auf DVD, Blu-ray und als VoD erhältlich. ||

RETTE MICH, WER KANN
Deutschland, Österreich 1986 | Regie: Franz Geiger | Mit: Helmut
Fischer, Kurt Sowinetz, Gertraud Jesserer | 6 Episoden
á 43 Minuten | seit 19. Januarauf DVD und als VoD erhältlich

DIE HAUSMEISTERIN
Deutschland 1987–1992 | Regie: Heide Pils | Mit: Veronika Fitz,
Helmut Fischer, Ilse Neubauer | ca. 1.100 Minuten | seit 9. März
auf DVD, Blu-ray und als VoD erhältlich