Am 26. Januar startet Stefano Sollimas Mafia-Thriller »Suburra«. Eine Kurzkritik von Arne Koltermann

Greta Scarano in »Suburra«| © KOCH FILMS GMBH

Greta Scarano in »Suburra«| © KOCH FILMS GMBH

Anstatt nach einem harten Tag voller Ränkeschmieden brav zu Frau und Kind zurückzukehren, vergnügt sich der römische Abgeordnete Filippo Malgradi lieber noch mit zwei Prostituierten. Viel Kokain ist im Spiel, plötzlich kollabiert eines der Mädchen und stirbt. Der einflussreiche Malgradi, im Parlament mit einer Verwaltungsreform beschäftigt, sieht seine Felle davonschwimmen. Über einen Vertrauten findet er Männer fürs Grobe, welche die Leiche sogleich diskret entsorgen. Doch Malgradi erkennt nicht, dass er Leben und Karriere dadurch in die Hände der Mafia legt, die sich inzwischen bis in die Herzkammern der Ewigen Stadt ausgebreitet hat.

Auf mehreren Ebenen erzählt Stefano Sollimas Thriller »Suburra« nach der Vorlage von Giancarlo de Cataldo und Carlo Bonini von den Verstrickungen von Politik, Kirche und organisierter Kriminalität. Sollima versteht es, packend und mit großen Gesten zu erzählen. Der Sohn des Spaghettiwestern-Meisters Sergio Sollima hat sich in Italien vor allem durch Fernsehserien einen Namen gemacht. Nach dem im Rom der Siebziger und Achtziger angesiedelten »Romanzo Criminale« – ebenfalls auf einer Vorlage von De Cataldo basierend – nahm er sich Roberto Savianos deprimierenden Bestseller »Gomorrha« vor. Auch im bisweilen allzu glänzend geratenen »Suburra« mit seinen ständigen Wendungen erinnert viel an ein Langstreckenformat. So nimmt es nicht Wunder, dass auch diese Geschichte bald serienmäßig vom Stapel gelassen wird – doch dieses düstere Drama ist mehr als eine bloße Aufwärmübung. ||

SUBURRA
Italien, Frankreich 2016 | Regie: Stefano Sollima
Mit: Pierfrancesco Favino, Elio German u.a. | 135 Minuten
Kinostart: 26. Januar
Trailer