Quadro Nuevo und die Münchner Symphoniker reisen musikalisch zur Weihnachtszeit bis in den Orient.

Die Soundexperten von Quadro Nuevo  © GLM Music

Die Soundexperten von Quadro Nuevo
© GLM Music

Der Weihnachtstraditionen sind viele, und Quadro Nuevo hat schon eigene hinzugefügt. Etwa die, regelmäßig Programme mit neu arrangierten Liedern der Adventszeit vorzustellen. Das aktuelle und inzwischen dritte bezieht besonders Einflüsse aus dem Vorderen Orient ein. »Die Weihnachtsgeschichte weist in diese Region«, konstatiert der Saxofonist und Kopf der Gruppe Mulo Francel. »Daher haben wir probiert, was wir von dort musikalisch einbauen können.« Kaum ein Ensemble wäre dafür geeigneter als die vier weit gereisten Münchner und Münchnerinnen.

In den 20 Jahren ihres Bestehens holten sie sich gerne Inspiration vor Ort, sei es in Israel oder Jordanien, Antiochia oder Ägypten. Andere Projekte führten sie nach Frankreich, dem Land der Valse
Musette, Italien, der Heimat der Canzone, und Argentinien, zu den Ahnen des Tangos. Was sie musikalisch vorfanden, integrierten Quadro Nuevo in ihr System und übertrugen es auf die charakteristische Instrumentierung des Quartetts. Sie verbindet Francels seelenvollen Saxofonton mit Andreas Hintersehers vielschichtigem Akkordeonspiel, den Saitenklängen von Evelyn Huber an der Harfe und D.D. Lowka am Bass, bei Bedarf ergänzt um nahöstliche Perkussion, Piano oder Mandoline und eine Prise Jazz.

Gute Voraussetzungen, um auch aus dem Fundus der Weihnachtsmusik etwas Markantes zu kreieren. Vormalige Programme widmeten sich unter den Titeln »Weihnacht« und »Bethlehem« mit viel Erfolg unter anderem jiddischen und osteuropäischen Liedern. Die Awards häuften sich, was die Neugier der Künstler auf weitere Möglichkeiten der Gestaltung anstachelte. Gerade in den letzten Jahren streckte Quadro Nuevo immer öfter die Fühler Richtung Kooperation aus. Es gab Projekte mit der NDR Radiophilharmonie und dem Blechbläserquintett Harmonic Brass, in Kürze folgt ein weiteres mit dem ägyptischen Ensemble Cairo Steps.

Da liegt es nahe, dass das neue Weihnachtsrepertoire mit einem Orchester aufwartet. Andreas Kowalewitz, Kapellmeister des Gärtnerplatz-Orchesters, leitet dafür die Münchner Symphoniker. Sie unterstützten Quadro Nuevo schon bei früheren Konzerten, und die Kooperation bewährt sich. Denn die Streicherpassagen klingen elegant und wunderschön, die Übergänge zwischen solistischen und orchestralen Parts sind stimmig, Improvisationen und Orchestrierung halten eine ganze Reihe ebenso wohlklingender wie unerwarteter Wendungen bereit. Als Arrangeur bringt Francel es zustande, dass sogar Ohrwürmer wie »Nun komm, der Heiden Heiland« und »Es ist ein Ros entsprungen« eine neue, einfallsreiche Gestalt erhalten.

Gemeinsam mit Andreas Hinterseher betätigte er sich außerdem als Komponist. So entstand die »Antiochia Suite«, das am stärksten orientalisch geprägte Stück des Repertoires. Das Motiv jener jahrtausendealten einstigen Metropole ist bewusst gewählt: »Diese Stadt steht für die Toleranz zwischen den Religionen, die wir uns erhoffen.« Und das wiederum ist eine Botschaft, die die
Weihnachtszeit verträgt. ||

QUADRO NUEVO –
MUSIC FOR CHRISTMAS NIGHTS
Philharmonie | 13. Dez.| 20.00 Uhr | Tickets: 089 54818181
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