Lucas Pilotos »Welcome«. Copyright: Filmschoolfest

Ein prallvoller Audimax, Gäste aus Israel, Brasilien und Australien und natürlich das worauf es ankommt: Filme. Am gestrigen Abend wurde das Filmschoolfest von Leiterin Diana Iljine, der Präsidentin der HFF Bettina Reitz und dem zweiten Münchner Bürgermeister Josef Schmid eröffnet. Insgesamt stehen in diesem Jahr 44 Filme aus 17 Ländern auf dem Programm. Filme, die laut Schmid alle eines gemeinsam haben: »Sie erzählen Geschichten, die erzählt werden müssen«.

Und den Besuchern der Eröffnungsfeier wurden gleich vier dieser Geschichten präsentiert. Den Anfang machte der brasilianische Beitrag »Welcome« von Lucas Piloto, bei dem ein Familienessen langsam aber sicher zu eskalieren beginnt. Der Clou bei dieser viertelstündigen Komödie: Der Zuschauer schlüpft in die Rolle eines Babys und bekommt die bizarre Situation so fast am eigenen Leib zu spüren. Mit »Find Fix Finish« von Sylvain Cruiziat und Mila Zhluktenko flolgte ein Kurzfilm aus dem eigenen Haus. Aus der Vogelperspektive bekommt man hier zu spüren, wie sich die Arbeit von Drohnenpiloten in Afghanistan anfühlt – und wie sehr der Alltag von Wahnvorschriften und Unmenschlichkeit beherrscht wird.

Die niederländische Produktion »Greetings From Kropsdam« (R: Joren Molter) zeigt das Geschehen dann wieder aus der Nähe. In einem Dorf gerät der Taubenzüchter Lammert in Verdacht, mit einem verhassten Windenergie-Unternehmen zu kooperieren. Was lakonisch-humorvoll beginnt, entwickelt sich immer mehr zur schockierenden Studie über Gruppendynamik gegen den Einzelnen. Zum Abschluss wurde es dann nochmal bunt und psychedelisch, mit »Baba und Sohn – im Hamam«, einem Beitrag der Filmuniversität Babelsberg. Mit diesem Fünfminüter zeigt Deniz Zagli einen orientalischen Trip in die Welt eines Jungen, der gerade das andere Geschlecht entdeckt.

Diese vier Beispiele zeigen bereits, welche Bandbreite an Ideen und Ausdruckformen in dieser Woche geboten sind. Man sollte sich also an Bettina Reitz‘ Ratschlag halten und »so viele Filme wie möglich sehen.«.

Alle vier Kurzfilme sind am 20.11., 22 Uhr und am 23.11., 17 Uhr im Filmmuseum zu sehen.
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