Verbkonjugation auf Bairisch (mit von links Titus Hors, Eva Sixt, Ludwig Zehetner) | © Helmut Koch

Am Turmtheater Regensburg hat »Mei fähr Lady« schon weit mehr als 200 Vorstellungen hinter sich, nun gastiert die Bairisierung von George Bernard Shaws Komödie »Pygmalion« bereits zum dritten Mal im Theater Viel Lärm um Nichts. Aus dem Blumenmädchen Eliza ist die Chinesin Mei Ding (Veronika Sixt) geworden, die es satt hat, im Asia-Shop ihres Bruders zu putzen. Viel lieber würde sie auf der Donaufähre arbeiten. Aber die Besitzerin verlangt, dass Mei Ding bairisch kann. Die besucht daraufhin einen Crashkurs, in dem sie auf einen norddeutschen Manager mit Anschlussproblemen auf dem bayerischen Land und einen französischen Rapper mit Migrationshintergrund trifft. Der Franzose ist auch noch in eine fremdenfeindliche bayerische Kellnerin verliebt.

Statt »Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen« zu knödeln, werden die Eleven von Professor Zehetner in die vertrackten Geheimnisse des Bairischen eingeführt, die nicht einmal geborene Muttersprachler beherrschen. Oder hat schon mal jemand »Dodaadamaraastinga« durchkonjugiert? Zehetner spielt sich übrigens selbst und ist im wirklichen Leben Honorarprofessor für bairische Dialektologie an der Universität Regensburg (ja, das gibt es wirklich). Außerdem hat er unter anderem das dreibändige Standardwerk »Basst scho! Wörter und Wendungen aus den Dialekten und der regionalen Hochsprache in Altbayern« geschrieben.« An wissenschaftlicher Unterfütterung mangelt es diesem Theaterabend also nicht. Und ganz nebenbei erzählt er auch noch etwas über gesellschaftliche Vielfalt.

Mei fähr Lady
Theater Viel Lärm um Nichts | Pasinger Fabrik, August-Exter-Str. 1 | 20 Uhr | Tickets: Online 089 82929079