Die Filmkunstwochen bringen jede Menge Filmklassiker und Arthouse-Highlights auf die Leinwand und verneigen sich vor Isabelle Huppert.

Isabelle Huppert und Roman Kolinka in »Alles was kommt« © Filmkunstwochen München

Die Filmkunstwochen (19. Juli bis 16. August) sind in diesem Jahr schon ein kleines Festival der Geburtstagskinder. Gleich fünf Größen wird zum 65. gratuliert: Mickey Rourke, Roberto Benigni, Isabella Rossellini, Jeff Goldblum und dem Alpenrocker Hubert von Goisern. Beschenkt wird aber der Zuschauer, mit je einem Film.Auch ein Münchner Urgestein steht auf der Liste: Das Theatiner feiert Sechzigsten. Aus diesem Anlass wurden einige cineastische Perlen – vieles aus Italien und Frankreich – aus dem Schrank geholt. Darunter Truffauts »Sie küssten und sie schlugen ihn«, Viscontis »Der Leopard« und Bressons »Zum Beispiel Balthasar«.

Im Fokus stehen auch vier weitere Institutionen. Unter dem Banner »Filmstadt München« stellen sich das DOK.fest, Cinema Iran, die türkischen Filmtage und Bimovie mit einem ausgesuchten Beitrag vor. Auch einige Münchner Regisseure sind zu Gast, um ihre Werke zu präsentieren, darunter Toni Schmid (»Ganz große Oper«), Wolf Gaudlitz (»Taxi Lisboa«) und Peter Goedel (»Talentprobe«). Zudem verbeugen sich die Filmkunstwochen vor der französischen Meisterin des strengen Blicks. Natürlich ist die Rede von Isabelle Huppert, der eine Hommage aus elf Filmen gewidmet wird. Unter anderem ist sie als sadistische Klavierlehrerin bei Haneke (»Die Klavierspielerin«), als Mutter an der Autobahn bei Ursula Maier (»Home«) oder in Mia Hansen-Løves »Alles was kommt« als eine aus ihrem Ehetrott ausbrechende Philosophielehrerin zu sehen. Im Endeffekt ist es auch egal, was sie spielt, die komplette Aufmerksamkeit des Publikums ist ihr sicher. Und natürlich steht auch Paul Verhoevens Psychothriller »Elle« auf dem Programm. Der verdiente Oscar für ihre Leistung ging ja dann bekanntlich an ihr vorbei.

Außerdem beweisen die Veranstalter wieder, dass Filmgenuss nicht heißen muss, an den Kinosessel gefesselt zu sein. Der »Sommernachts(t)raum« führt das Publikum mit einem Beamer auf Rädern durch das Olympische Dorf und nutzt dessen Betonwände als Projektionsfläche. Also egal ob internationale Größen oder die Story vor der Haustür: Diese fünf Wochen zeigen alles.||

FILMKUNSTWOCHEN MÜNCHEN
Münchner Kinos machen Programm | 19. Juli bis 16. August
Verschiedene Spielorte| Vollständiges Programm