An gleich zwei Tagen in Folge hält der große Jazz Einzug im Prinzregententheater. Denn Till Brönner gibt Branford Marsalis die Klinke in die Hand.

Branford Marsalis | © Palma Kolansky

An zwei aufeinanderfolgenden Tagen ins Prinzregententheater, das gibt es nicht zu Eintrittspreisen wie im Jazzclub. Wer Ende des Monats sowohl bei dem deutschen Startrompeter Till Brönner als auch bei dem amerikanischen Meistersaxofonisten Branford Marsalis auf einen der besseren von rund 1000 Plätzen im Großen Saal aus ist, der sollte doch mit einem grünen Schein rechnen, handelt sich dafür aber auch gute Akustik in einem Konzertsaal mit Tradition und Atmosphäre ein. Jazz ist sonst im »Prinze« eher die Ausnahme, aber nach Michael Wollny Ende Januar will es der tourplanbedingte Zufall, dass der März ebenfalls hochkarätig endet.

Till Brönner wird als Deutschlands erfolgreichster Jazzmusiker den Saal ausverkaufen, wenn er seine 2016 erschienene CD »The Good Life« vorstellt. Überwiegend ruhige Jazzstandards hat er an seinem Zweitwohnsitz Los Angeles eingespielt, mit US-Prominenz von Larry Goldings bis John Clayton, die so schnell niemand für eine Tournee zusammentrommeln kann. In Deutschland wird er auf bewährte Wegbegleiter wie Christian von Kaphengst und David Haynes setzen. Gesungen hat der Trompeter im Studio wie gewohnt selbst, da braucht’s keinen Gast für die Vocals, auch wenn manche Kritiker meinen, bei seinem mal an Chet Baker, mal an Michael Franks erinnernden Gesang gäbe es reichlich Luft nach oben.

Obwohl der amerikanische Saxofonist Branford Marsalis seit über 30 Jahren immer wieder mit Sängern von Sting bis James Taylor gearbeitet hat, bat er mit seinem eigenen Quartett für die aktuelle CD »Upward« nun erstmals einen Vokalisten ins Studio und auf Tour. Da war eine starke Persönlichkeit gefragt und mit Kurt Elling, 14 Jahre lang in Folge vom Magazin Downbeat zum besten Jazzsänger gekürt, die ideale Besetzung gefunden. Auch hier werden vor allem Songs aus dem Great American Songbook interpretiert. Aber wo es bei Till Brönner betont gediegen zugeht, ist Abenteuer angesagt, wenn der Saxofonist aus dem Marsalis-Clan mit Pianist Joey Calderazzo, Bassist Eric Reeves und Schlagzeuger Justin Faulkner auf den nicht mehr ganz jungen Wilden aus Chicago trifft. ||

TILL BRÖNNER // BRANFORD MARSALIS QUARTET
Prinzregententheater| 29./30. März
20 Uhr | Tickets: 089 21851970