Klänge in der Tiefe, im Raum. Die Münchner Komponistin und Pianistin Laura Konjetzky liebt das Experiment. Der Abend »Traumlandschaft« stellt einige ihrer Visionen vor. Ein Gespräch dazu.

Laura Konjetzky | ©Regine Heiland

Fiese Frage zum Beginn: Was sind Sie für ein Mensch?
Wunderbare Frage! Ich bin neugierig. Als Pianistin interessiere ich mich dafür, Klänge in der Tiefe auszuloten, als Komponistin will ich neue Klangräume erschließen.

Sind der Mensch und die Künstlerin Laura Konjetzky dieselbe Person?
Die Person Laura und die Musikerin Konjetzky sind homogen miteinander verbunden. Aber natürlich lebe ich als Pianistin die Liebe zu einer Bühnenfigur aus. Ich liebe die Bühne, sie ist der Eintritt in ein anderes Reich mit eigenen Gesetzmäßigkeiten.

Als Klangschöpferin bewegen Sie sich zwischen Komposition und Improvisation. Wie fließen diese Bereiche in Ihrer Musik ineinander?
Man muss sich bewusst machen, dass beide Ausdrucksformen eine eigene Dynamik besitzen. Die Erfindung aus dem Moment besitzt einen anderen Charme als das Komponieren eines reproduzierbaren Werkes.

Ein Schwerpunkt Ihres Schaffens ist dem Klavier gewidmet. Was kann Ihr Instrument, das andere nicht können?
Mich verbindet eine sehr tiefe Bindung mit dem Klavier, sonst wird man kein Pianist. Ich möchte alle Ideen durch das Instrument ausdrücken, in die Tiefe gehen, das Terrain ausweiten. Ich verstehe das Klavier als Figur, als Protagonisten meiner Musik.

Wie würden Sie Ihre Ästhetik beschreiben?
Ich schreibe die Musik, die ich selbst hören möchte. Meine Klangwelt besitzt Sinnlichkeit, hat tonale Bezüge, will kein mathematisches Produkt sein. Mich interessiert das sinnliche Erfahren.

Welcher rote Faden führt durch Ihr Oeuvre?
Neben dem Klavierfokus gibt es eine Reihe wiederkehrender Parameter: Da sind etwa Zuspielungen zu nennen – nicht als externe Zugabe, sondern als Erweiterung und Veränderung der Wahrnehmung. Dann interessiert mich die solistische Form – weil hier die Kommunikation eines Einzelnen mit sich selbst zu Klang wird. In diesem Kontext ist auch mein Faible für die Nacht und den Traum zu verstehen.

Werktitel wie »Nocturne«, »schatten im traum« oder »Der durchgeschüttelte Traum« verweisen auf einen Hang zum Somnambulen. Sind Sie eine Träumerin?
Mich fasziniert die Veränderung der subjektiven Wahrnehmung, die andersartigen Sinneseindrücke, die in der Musik zur Realität werden können.

Träume sind bildhafte Imaginationen. Wie übersetzt sich das in Musik? Oder träumen Sie in Auditionen?
Lauras Traumerleben ist ein anderes als die »Traumlandschaften« der Komponistin Konjetzky. Es geht nicht um Übersetzungen, mich interessiert das Pure, ein intensives Extrakt. Der Traum folgt eigenen Gesetzmäßigkeiten, er ist eine Metapher.

»Traumlandschaften« ist der Titel Ihres Konzerts am 5. März im Schwere Reiter. Was erwartet das Publikum?
Da erklingt eine Auswahl von Werken, die zwischen 2011 und 2017 entstanden sind. Durch diesen Zeitraum und die verschiedenen Besetzungen – vom Solo bis zum Sextett – wird das Thema Nacht und Traum in immer anderem Licht beleuchtet und eben eine musikalische »Traumlandschaft« erschlossen, die es zu entdeckenlohnt.

Wovon träumen Sie?
Ich träume davon, einen weiten Weg zu gehen, wach zu bleiben und zu wachsen. ||

TRAUMLANDSCHAFT
Schwere Reiter |5. März| 20 Uhr | Tickets: 089 21898226